Krisenvorsorge muss weder teuer noch kompliziert sein. Du brauchst kein Lager voller Spezialausrüstung und musst auch nicht alles auf einmal kaufen. Viel wichtiger ist, dass du sinnvoll priorisierst, vorhandene Dinge nutzt und deine Vorsorge Schritt für Schritt aufbaust.
Diese Notfallvorsorge-Checkliste hilft dir dabei. In den nächsten 30 Tagen erledigst du jeden Tag eine kleine, überschaubare Aufgabe. Manche Schritte kosten überhaupt nichts, andere lassen sich mit dem normalen Einkauf verbinden.
Wichtig: Die 30 Tage bezeichnen den Zeitraum, in dem du deine Vorsorge aufbaust. Das Ziel ist nicht, innerhalb eines Monats einen Vorrat für 30 Versorgungstage anzulegen. Du schaffst zunächst eine solide Basis für mindestens drei Tage und entwickelst daraus einen realistischen Plan für möglichst zehn Tage.
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, kurz BBK, empfiehlt, sich nach Möglichkeit zehn Tage selbst versorgen zu können. Aber auch ein Vorrat für drei Tage ist bereits hilfreich und kann anschließend schrittweise erweitert werden.
Inhaltsverzeichnis
- Was du mit diesem 30-Tage-Plan erreichst
- Bevor du beginnst: Haushalt, Budget und Bestand
- Woche 1: Bestand prüfen und Prioritäten setzen
- Woche 2: Wasser und Lebensmittel für drei Tage
- Woche 3: Stromausfall, Information und Kommunikation
- Woche 4: Gesundheit, Hygiene und Notfallplanung
- Tag 29 und 30: Lücken schließen und Routine schaffen
- Was du zuerst kaufen solltest
- Was du am Anfang nicht brauchst
- Häufige Fehler bei günstiger Krisenvorsorge
- Häufige Fragen
- Fazit
Was du mit diesem 30-Tage-Plan erreichst
Nach 30 Tagen sollst du keine beliebige Sammlung von Konserven und Ausrüstungsgegenständen besitzen. Du sollst wissen, was dein Haushalt tatsächlich benötigt und wie du vorhandene Lücken sinnvoll schließt.
Am Ende des Plans solltest du:
- deine vorhandenen Vorräte und Ausrüstungsgegenstände kennen,
- eine Grundversorgung mit Wasser und Lebensmitteln für mindestens drei Tage besitzen,
- wissen, wie du deinen Vorrat auf möglichst zehn Tage erweiterst,
- bei einem Stromausfall über Licht und eine Informationsmöglichkeit verfügen,
- deine Hausapotheke und persönlichen Medikamente überprüft haben,
- wichtige Telefonnummern und Absprachen auf Papier festhalten,
- eine einfache Routine zur Kontrolle deiner Vorräte besitzen.
Der Plan ist kein starres Programm. Überspringe Aufgaben, die du bereits erledigt hast, und nutze das frei werdende Budget für wichtigere Lücken.
Bevor du beginnst: Haushalt, Budget und Bestand
Krisenvorsorge sieht für jeden Haushalt anders aus. Eine alleinlebende Person in einer kleinen Wohnung braucht andere Mengen und Lösungen als eine Familie mit Kindern, Haustieren oder pflegebedürftigen Angehörigen.
Beantworte deshalb zunächst diese Fragen:
- Wie viele Menschen leben im Haushalt?
- Gibt es Babys, Kinder, ältere oder pflegebedürftige Personen?
- Werden regelmäßig Medikamente benötigt?
- Bestehen Allergien oder Lebensmittelunverträglichkeiten?
- Müssen Haustiere versorgt werden?
- Wie viel geeigneter Lagerplatz ist vorhanden?
- Welcher Betrag lässt sich ohne finanziellen Druck einsetzen?
Lege kein Budget fest, das dich an anderer Stelle in Schwierigkeiten bringt. Vorsorge soll Belastungen verringern und keine neuen schaffen.
Beginne außerdem nicht mit einer Einkaufsliste, sondern mit einer Bestandsaufnahme. Viele Haushalte besitzen bereits Taschenlampen, Batterien, haltbare Lebensmittel, Decken, Hygieneartikel oder eine brauchbare Hausapotheke. Alles, was schon vorhanden und funktionsfähig ist, musst du nicht noch einmal kaufen.
Woche 1: Bestand prüfen und Prioritäten setzen
In der ersten Woche gibst du möglichst wenig Geld aus. Du verschaffst dir einen Überblick und stellst fest, was wirklich fehlt.
| Tag | Aufgabe | Mögliche Kosten |
|---|---|---|
| 1 | Haushaltsmitglieder und besondere Bedürfnisse notieren | keine |
| 2 | Relevante Alltagsschäden und Notlagen bestimmen | keine |
| 3 | Lebensmittel- und Getränkebestand aufnehmen | keine |
| 4 | Benötigten Wasservorrat berechnen | keine |
| 5 | Hausapotheke und persönliche Medikamente prüfen | keine |
| 6 | Vorhandene Ausrüstung testen | keine |
| 7 | Budget und Einkaufsliste festlegen | keine |
Tag 1: Den eigenen Haushalt betrachten
Notiere alle Personen und Tiere, die im Notfall versorgt werden müssen. Denke dabei auch an Medikamente, Babynahrung, Sehhilfen, Pflegeprodukte, Allergien und besondere Ernährungsformen. Diese Angaben bestimmen deinen tatsächlichen Bedarf. Eine allgemeine Checkliste kann dir Orientierung geben, aber sie kann deine persönliche Situation nicht vollständig abbilden.
Tag 2: Realistische Störungen auswählen
Konzentriere dich auf Situationen, die deinen Alltag tatsächlich beeinträchtigen können. Dazu gehören beispielsweise ein mehrstündiger oder mehrtägiger Stromausfall, eine Unterbrechung der Wasserversorgung, Unwetter, vorübergehend gesperrte Straßen, Krankheit oder ein kurzfristiger Ausfall von Kartenzahlung und Geldautomaten.
Du musst nicht für jedes denkbare Extremszenario eine eigene Ausrüstung anschaffen. Viele grundlegende Maßnahmen helfen bei mehreren unterschiedlichen Störungen. Eine Einordnung der wichtigsten Bereiche findest du im umfassenden Leitfaden zur Krisenvorsorge.
Tag 3: Vorhandene Lebensmittel erfassen
Öffne Schränke, Schubladen und Vorratsregale. Notiere Lebensmittel, die ungeöffnet und ausreichend lange haltbar sind, regelmäßig gegessen werden, wenig oder kein Wasser zur Zubereitung benötigen oder notfalls kalt gegessen werden können.
Reis und Nudeln sind zwar günstig, benötigen aber Wasser und Kochenergie. Ein sinnvoller Vorrat besteht deshalb nicht ausschließlich aus trockenen Grundnahrungsmitteln.

Tag 4: Wasservorrat berechnen
Das BBK plant für den Lebensmittelvorrat mit zwei Litern Getränken pro Person und Tag. Darin enthalten sind ungefähr 1,5 Liter zum Trinken und 0,5 Liter zur Zubereitung von Lebensmitteln.
| Haushaltsgröße | Mindestmenge für drei Tage |
|---|---|
| 1 Person | 6 Liter |
| 2 Personen | 12 Liter |
| 4 Personen | 24 Liter |
Wasser für Körperpflege, Reinigung oder Toilettenspülung kommt zusätzlich hinzu. Wenn du wenig Platz hast, beginne mit der Drei-Tage-Menge und erweitere sie schrittweise. Ausführliche Hinweise zu Mengen, Behältern und Lagerung findest du im Artikel Wasservorrat im Notfall.
Tag 5: Hausapotheke kontrollieren

Prüfe persönliche Dauermedikamente, Verfallsdaten, Pflaster und Verbandsmaterial, Einmalhandschuhe, Fieberthermometer, Schere, Pinzette und Desinfektionsmittel. Medikamente sollten nicht wahllos eingelagert werden. Berücksichtige persönliche Erkrankungen, Packungsbeilagen und die Beratung durch Arzt oder Apotheke.
Tag 6: Vorhandene Ausrüstung testen
Suche alle Taschenlampen, Radios, Powerbanks, Batterien, Feuerzeuge und Ladegeräte zusammen. Teste, ob sie funktionieren. Eine alte Taschenlampe mit ausgelaufenen Batterien ist keine Vorsorge. Dasselbe gilt für eine Powerbank, die seit zwei Jahren ungeladen in einer Schublade liegt.
Tag 7: Budget und Einkaufsliste festlegen
Teile fehlende Dinge in drei Gruppen ein: sofort wichtig, in den nächsten Wochen sinnvoll und später optional. Wasser, regelmäßig benötigte Medikamente und eine einfache Beleuchtung stehen gewöhnlich vor Spezialausrüstung. Kaufe nur so viel, wie dein Budget erlaubt.
Woche 2: Wasser und Lebensmittel für drei Tage
In der zweiten Woche baust du eine Grundversorgung auf. Dabei geht es nicht um möglichst viele Kalorien zum niedrigsten Preis, sondern um Lebensmittel, die dein Haushalt kennt, verträgt und tatsächlich verbraucht.
| Tag | Aufgabe |
|---|---|
| 8 | Ersten Teil des Wasservorrats ergänzen |
| 9 | Wasservorrat auf drei Tage erweitern |
| 10 | Frühstück und kleine Mahlzeiten planen |
| 11 | Hauptmahlzeiten auswählen |
| 12 | Einen Drei-Tage-Speiseplan erstellen |
| 13 | Besondere Bedürfnisse und Hygiene ergänzen |
| 14 | Vorräte richtig einordnen und beschriften |
Tag 8 und 9: Wasser zuerst
Beginne mit original verschlossenen Getränkeflaschen. Beachte das Mindesthaltbarkeitsdatum und lagere die Flaschen möglichst kühl, dunkel und vor Beschädigungen geschützt.
Selbst abgefülltes Leitungswasser eignet sich wegen des möglichen Verkeimungsrisikos nur bedingt als langfristiger Trinkwasservorrat. Es kann unter geeigneten Bedingungen als Brauchwasser vorgesehen werden, sollte aber nicht mit sicher gelagertem Trinkwasser gleichgesetzt werden.

Tag 10: Frühstück und kleine Mahlzeiten
Wähle Lebensmittel, die du bereits im Alltag verwendest. Je nach Ernährungsweise können dazu Haferflocken, Müsli, haltbare Milch oder Pflanzendrinks, Knäckebrot, Nussmus, Nüsse und Trockenfrüchte gehören. Achte darauf, dass zumindest ein Teil ohne Erhitzen gegessen werden kann.
Tag 11: Hauptmahlzeiten auswählen
Ein alltagstauglicher Vorrat kann Gemüse- und Hülsenfruchtkonserven, Suppen, Eintöpfe, Couscous, Haferflocken, Reis, Nudeln, haltbare Soßen und etwas Speiseöl enthalten. Kaufe nicht ausschließlich Produkte mit besonders langer Haltbarkeit. Entscheidend ist, dass du sie verwendest und rechtzeitig ersetzt.
Weitere Anregungen findest du in der Übersicht zu lang haltbaren Lebensmitteln für den Notvorrat.
Tag 12: Drei Tage konkret durchplanen
Plane für jeden Tag Frühstück, Mittagessen, Abendessen und kleine Zwischenmahlzeiten. Prüfe anschließend, ob die Menge für alle Personen reicht, ausreichend Wasser vorhanden ist, ein Teil der Mahlzeiten ohne Strom funktioniert und besondere Bedürfnisse berücksichtigt sind. Ein konkreter Speiseplan zeigt Lücken zuverlässiger als eine allgemeine Vorratsliste.
Tag 13: Besondere Bedürfnisse und Hygiene
Ergänze, was in deinem Haushalt regelmäßig gebraucht wird. Dazu können Babynahrung, Windeln, Tierfutter, Menstruations- und Pflegeprodukte, Seife, Zahnpasta, Toilettenpapier, Müllbeutel und Haushaltshandschuhe gehören.
Tag 14: Vorräte richtig einordnen
Neue Produkte kommen nach hinten, ältere nach vorne. Dieses Prinzip wird häufig als „First in, first out“ bezeichnet. Eine einfache Liste oder eine gut sichtbare Markierung für bald ablaufende Lebensmittel erleichtert die Kontrolle. Weitere Hinweise findest du im Artikel Vorräte richtig lagern.
Woche 3: Stromausfall, Information und Kommunikation
Ein Stromausfall betrifft nicht nur das Licht. Je nach Dauer können auch Heizung, Kochen, Mobilfunk, Internet, Kartenzahlung und Teile der Wasserversorgung beeinträchtigt sein.
| Tag | Aufgabe |
|---|---|
| 15 | Sichere Beleuchtung vorbereiten |
| 16 | Batterien kontrollieren |
| 17 | Handy und Powerbanks einplanen |
| 18 | Warn- und Informationswege festlegen |
| 19 | Wichtige Kontakte auf Papier sichern |
| 20 | Essen ohne Strom planen |
| 21 | Wärme und Brandschutz überprüfen |
Tag 15: Sichere Beleuchtung
LED-Taschenlampen und batteriebetriebene Leuchten sind für den Einstieg meist praktischer als Kerzen. Verteile sie an festen, leicht erreichbaren Orten. Kerzen sollten nur unter Aufsicht, auf einer standsicheren und nicht brennbaren Unterlage sowie mit ausreichend Abstand zu Vorhängen, Möbeln, Kindern und Haustieren verwendet werden.
Tag 16: Batterien prüfen
Kontrolliere, welche Batterietypen deine Geräte benötigen. Es bringt wenig, mehrere Packungen Batterien zu lagern, wenn keine davon in die vorhandenen Lampen oder das Radio passt. Lagere Ersatzbatterien getrennt von Geräten und prüfe sie regelmäßig auf Schäden.
Tag 17: Energie für das Handy
Lade vorhandene Powerbanks vollständig auf und teste, ob die passenden Kabel vorhanden sind. Lege einen regelmäßigen Ladetermin fest. Ein kleines Solarladegerät ist kein Ersatz für eine verlässliche Stromversorgung. Seine Leistung hängt stark von Wetter, Fläche und Ausrichtung ab.

Tag 18: Informationswege festlegen
Installiere eine offizielle Warn-App wie NINA und prüfe, ob Warnmeldungen für deinen Standort aktiviert sind. Beachte jedoch, dass Apps bei längerem Strom- oder Netzausfall möglicherweise nicht erreichbar sind. Ein Batterie- oder Kurbelradio kann deshalb eine sinnvolle Ergänzung sein.
Tag 19: Kontakte auf Papier sichern
Schreibe wichtige Telefonnummern und Adressen auf. Dazu gehören Angehörige, Nachbarn, Hausverwaltung, Hausarzt, Apotheke, Pflegedienst, Schule sowie örtliche Versorgungsunternehmen. Speichere diese Liste nicht ausschließlich auf dem Smartphone.
Tag 20: Essen ohne Strom planen
Überlege, welche vorhandenen Lebensmittel ohne Herd gegessen werden können. Prüfe außerdem, ob deine Kochmöglichkeit bei einem Stromausfall überhaupt funktioniert. Verwende Grills niemals in der Wohnung, im Haus oder in der Garage. Dabei kann sich lebensgefährliches Kohlenmonoxid bilden. Auch andere Geräte mit offener Flamme dürfen nur entsprechend der Herstellerangaben und für den vorgesehenen Einsatzort verwendet werden.
Tag 21: Wärme und Brandschutz
Prüfe warme Kleidung, Decken und Schlafsäcke. Bei einem Heizungsausfall ist es oft sinnvoller, sich in einem Raum aufzuhalten, Türen geschlossen zu halten und mehrere Kleidungsschichten zu tragen, als eine improvisierte Heizquelle zu verwenden. Kontrolliere außerdem Rauchmelder.
Was während eines Ausfalls unmittelbar zu tun ist, erklärt der Artikel Stromausfall: Die wichtigsten Sofortmaßnahmen.
Woche 4: Gesundheit, Hygiene und Notfallplanung
In der vierten Woche ergänzt du organisatorische Dinge, die häufig übersehen werden. Viele davon kosten wenig oder gar nichts.
| Tag | Aufgabe |
|---|---|
| 22 | Hausapotheke vervollständigen |
| 23 | Erste-Hilfe-Material und Kenntnisse prüfen |
| 24 | Hygiene und Abfallentsorgung planen |
| 25 | Wichtige Dokumente sichern |
| 26 | Zahlungsmöglichkeiten vorbereiten |
| 27 | Absprachen im Haushalt und mit Nachbarn treffen |
| 28 | Einen sicheren Probeabend durchführen |
Tag 22: Hausapotheke vervollständigen
Ergänze nur Produkte, die im ersten Check tatsächlich gefehlt haben. Bewahre Medikamente kindersicher, trocken und entsprechend den Lagerhinweisen auf. Das Badezimmer ist wegen Wärme und Feuchtigkeit häufig ungeeignet. Prüfe regelmäßig die Verfallsdaten und frage bei Unsicherheit in der Apotheke nach.
Tag 23: Erste Hilfe

Ein vollständiges Verbandset hilft wenig, wenn niemand weiß, wie es benutzt wird. Prüfe deshalb nicht nur das Material, sondern auch deine Kenntnisse. Ein Erste-Hilfe-Kurs ist eine sinnvollere Investition als manches Spezialprodukt. Lege die Notrufnummer 112 und die Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes 116117 gut sichtbar ab.
Tag 24: Hygiene und Abfall
Plane, wie du bei einem zeitweisen Ausfall der Wasserversorgung Hände reinigen, Geschirr sparsam säubern und Abfälle sicher sammeln kannst. Nützlich sind unter anderem Seife, geeignete Reinigungstücher, Toilettenpapier, reißfeste Müllbeutel und Haushaltshandschuhe.
Tag 25: Wichtige Dokumente
Lege Kopien oder gesicherte Übersichten wichtiger Unterlagen an. Dazu können Ausweisdokumente, Versicherungsdaten, Medikamenten- und Impfunterlagen, wichtige Verträge und Kontaktdaten gehören. Schütze die Unterlagen vor Feuer, Wasser und unberechtigtem Zugriff.
Tag 26: Bezahlen bei einem Ausfall
Bei einem Strom- oder Netzausfall können Kartenzahlung und Geldautomaten zeitweise ausfallen. Eine kleine Bargeldreserve in geeigneten Stückelungen kann deshalb sinnvoll sein. Es gibt keinen pauschal richtigen Betrag. Entscheidend sind Haushaltsgröße, persönliche Möglichkeiten und der Schutz vor Verlust oder Diebstahl.
Tag 27: Absprachen treffen
Vereinbare mit den Mitgliedern deines Haushalts einen Treffpunkt, eine Kontaktperson außerhalb der Region, den Umgang mit Kindern und Haustieren sowie den Aufbewahrungsort wichtiger Ausrüstung. Sprich auch mit vertrauenswürdigen Nachbarn. Nicht jedes Gerät muss in jedem Haushalt mehrfach vorhanden sein.
Tag 28: Probeabend ohne Strom
Simuliere für einige Stunden einen Stromausfall. Schalte nicht unüberlegt Sicherungen oder notwendige medizinische Geräte ab. Verzichte stattdessen bewusst auf Beleuchtung, Internet, Herd und andere ausgewählte Verbraucher.
Prüfe dabei, ob du die Taschenlampen im Dunkeln findest, Batterien und Radio funktionieren, eine Mahlzeit zubereitet werden kann und wichtige Telefonnummern greifbar sind. Eine kurze Übung zeigt oft mehr Schwachstellen als eine lange Einkaufsliste.
Tag 29 und 30: Lücken schließen und Routine schaffen
Tag 29: Die wichtigsten Lücken priorisieren
Schreibe alle beim Probeabend oder während des 30-Tage-Plans erkannten Lücken auf. Ordne sie nach Bedeutung: Gesundheit und persönliche Medikamente, Trinkwasser, Lebensmittel, Licht und Information, Hygiene, Kommunikation und Dokumente sowie zusätzliche Ausrüstung.
Erweitere anschließend deine Drei-Tage-Basis schrittweise. Du musst nicht sofort zehn vollständige Tage kaufen. Ergänze bei normalen Einkäufen gezielt Produkte, die du ohnehin verwendest.
Tag 30: Eine dauerhafte Routine festlegen
Vorsorge ist nach 30 Tagen nicht abgeschlossen. Sie funktioniert nur, wenn Vorräte verbraucht, ersetzt und Geräte geprüft werden. Lege feste Termine fest: Lade Powerbanks regelmäßig, verbrauche ältere Lebensmittel zuerst, ersetze entnommene Produkte und passe Mengen an, wenn sich dein Haushalt verändert.
Was du zuerst kaufen solltest
Wenn das Budget knapp ist, hilft eine klare Reihenfolge.
| Priorität | Beispiele |
|---|---|
| Kostenlos erledigen | Bestand aufnehmen, Notfallplan schreiben, Kontakte sichern, Geräte testen |
| Zuerst ergänzen | Trinkwasser, normale haltbare Lebensmittel, Medikamente, Taschenlampe und passende Batterien |
| Danach sinnvoll | Zusätzliche Hygieneartikel, Powerbank, Batterie- oder Kurbelradio |
| Später prüfen | Kocher, größere Energiespeicher, Solarlösungen oder weitere Spezialausrüstung |
Die beste günstige Vorsorge besteht häufig aus Dingen, die du im Alltag sowieso benötigst. Wenn du bei jedem Einkauf ein oder zwei passende Packungen zusätzlich kaufst, verteilst du die Kosten und baust einen rotierenden Vorrat auf.
Was du am Anfang nicht brauchst
Lass dich nicht von langen Produktlisten unter Druck setzen. Folgende Dinge brauchst du für den Einstieg normalerweise nicht:
- teure Spezialnahrung,
- komplette Survival-Sets unbekannter Qualität,
- eine große Powerstation vor dem Aufbau der Grundversorgung,
- mehrfach vorhandene Werkzeuge,
- ungetestete Billig-Solargeräte,
- große Brennstoffmengen ohne sichere Lagerung,
- Ausrüstung für unrealistische Szenarien.
Spezialprodukte können in bestimmten Haushalten sinnvoll sein. Sie sollten aber ein konkretes Problem lösen und nicht nur gekauft werden, weil sie als „krisentauglich“ beworben werden.
Häufige Fehler bei günstiger Krisenvorsorge
Nur nach dem niedrigsten Preis kaufen
Großpackungen sind nicht automatisch günstiger, wenn Lebensmittel verderben oder nicht gegessen werden. Vergleiche Grundpreise und berücksichtige deinen tatsächlichen Verbrauch.
Zu viele trockene Grundnahrungsmittel lagern
Reis, Nudeln und getrocknete Hülsenfrüchte benötigen Wasser und Energie. Ergänze Produkte, die kalt gegessen oder nur kurz erwärmt werden müssen.
Wasser unterschätzen
Lebensmittel fallen beim Einkauf stärker auf, doch Wasser ist die wichtigste Grundlage. Beginne deshalb mit einer realistischen Menge für drei Tage.
Alles auf einmal anschaffen
Große Spontankäufe belasten das Budget und führen leicht zu Fehlkäufen. Ein langsamer Aufbau ist meist günstiger und besser an den Haushalt angepasst.
Vorräte nicht rotieren
Ein Vorrat, der jahrelang unangetastet bleibt, verursacht irgendwann Abfall. Verwende die Lebensmittel im Alltag und ersetze sie laufend.
Produkte statt Fähigkeiten sammeln
Planung, Erste-Hilfe-Kenntnisse, sichere Gerätenutzung und Absprachen im Haushalt sind mindestens so wichtig wie materielle Vorräte.
Häufige Fragen zur Notfallvorsorge mit kleinem Budget
Das hängt davon ab, was bereits vorhanden ist, wie viele Personen versorgt werden müssen und welche Preise vor Ort gelten. Auch ein kleiner Betrag kann helfen, wenn du gezielt die wichtigsten Lücken schließt. Eine vollständige Vorsorge lässt sich aber nicht seriös mit einem pauschalen Monatsbetrag versprechen.
Das langfristige Ziel sind möglichst zehn Tage. Wenn Geld, Platz oder Transportgewicht begrenzt sind, ist eine funktionierende Drei-Tage-Basis ein sinnvoller Anfang. Danach kannst du die Versorgung schrittweise erweitern.
Plane mindestens zwei Liter pro Person und Tag für Trinken und Lebensmittelzubereitung. Für drei Tage sind das sechs Liter pro Person. Zusätzliches Wasser für Hygiene und andere Zwecke ist darin nicht enthalten.
Selbst abgefülltes Leitungswasser hat ein höheres Verkeimungsrisiko und ist nur bedingt als langfristiger Trinkwasservorrat geeignet. Für den Trinkwasservorrat sind original verschlossene, unbeschädigte Flaschen die einfachere Lösung. Beachte das Mindesthaltbarkeitsdatum und die Lagerhinweise.
In den meisten Haushalten nicht. Normale, haltbare und regelmäßig gegessene Lebensmittel sind meist alltagstauglicher und günstiger. Spezialnahrung kann bei besonderen gesundheitlichen Anforderungen sinnvoll sein.
Nein. Beginne mit Wasser, Lebensmitteln, Medikamenten und einer funktionierenden Taschenlampe. Ein Radio oder eine zusätzliche Powerbank kann danach sinnvoll sein. Eine größere Powerstation ist eine spätere Entscheidung und kein Ersatz für die grundlegende Vorsorge.
Fazit: Gute Krisenvorsorge beginnt mit kleinen Schritten
Du brauchst weder ein großes Budget noch einen Keller voller Ausrüstung, um sinnvoll vorzusorgen. Entscheidend ist, dass du deinen tatsächlichen Bedarf kennst und die wichtigsten Bereiche in der richtigen Reihenfolge angehst.
Nach diesen 30 Tagen besitzt du eine praktische Grundversorgung, einen Überblick über deine Ausrüstung und einen Plan für den weiteren Ausbau. Beginne mit drei Tagen, arbeite auf möglichst zehn Tage hin und kaufe vor allem Dinge, die dein Haushalt im Alltag verwendet.
Wenn du die Grundlagen und Zusammenhänge ausführlicher kennenlernen möchtest, findest du sie im umfassenden Leitfaden zur Krisenvorsorge. Für den Einstieg in das Thema Prepping eignet sich außerdem der Artikel Prepping für Anfänger.
Quellen und weiterführende Informationen
- BBK: Vorsorgen für Krisen und Katastrophen
- BZfE: Private Ernährungsvorsorge
- BBK: Vorsorge und Handeln bei Stromausfall
- BBK: Die Hausapotheke
Hinweis: Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links. Wenn du darüber kaufst, erhalte ich ggf. eine Provision. Für dich entstehen keine Mehrkosten.
