Bei einem Stromausfall funktioniert das Smartphone zunächst meistens weiter. Doch wenn Mobilfunkstationen, Internetanschlüsse oder die Stromversorgung der eigenen Geräte ausfallen, werden verlässliche Informationen schwieriger zugänglich. Ein stromnetzunabhängiges Radio ist deshalb eine sinnvolle Ergänzung der privaten Krisenvorsorge.
Dafür muss es nicht unbedingt ein umfangreich ausgestattetes Kurbelradio sein. Für viele Haushalte ist ein einfaches DAB+- und UKW-Radio mit wechselbaren Batterien die praktischste Lösung. Handkurbel, Solarpanel, Taschenlampe und Powerbank können nützliche Reserven sein – entscheidend bleiben aber guter Empfang, eine zuverlässige Stromversorgung und eine einfache Bedienung.
Kurz gesagt: Ein empfehlenswertes Notfallradio empfängt an deinem Wohnort mehrere regionale Sender, funktioniert unabhängig von der Steckdose und lässt sich auch nach längerer Lagerung zuverlässig einschalten.
Inhaltsverzeichnis
- Warum ein Notfallradio bei Stromausfall sinnvoll ist
- Welches Notfallradio passt zu dir?
- DAB+, UKW, Mittelwelle und Kurzwelle im Vergleich
- Welche Stromversorgung ist am zuverlässigsten?
- Darauf solltest du beim Kauf achten
- Notfallradios im transparenten Vergleich
- Empfehlungen nach Einsatzzweck
- Notfallradio richtig vorbereiten
- So nutzt du das Radio während eines Stromausfalls
- Radio, Cell Broadcast und Warn-App kombinieren
- Häufige Fehler bei Notfallradios
- Häufige Fragen
- Fazit
- Quellen und Herstellerangaben
Warum ein Notfallradio bei Stromausfall sinnvoll ist
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt für Krisensituationen ein Radio, das nicht von einer Steckdose abhängig ist. Dazu zählen batteriebetriebene Geräte, Kurbelradios und auch das Autoradio. Der Grund ist einfach: Wenn Mobilfunk und Internet ausfallen, können Radiosender weiterhin Warnungen, Lageinformationen und Handlungsempfehlungen verbreiten.
Ein Radio ist dabei kein Ersatz für Cell Broadcast, die Warn-App NINA oder örtliche Sirenen. Es ergänzt diese Warnkanäle. Während eine Handywarnung schnell auf eine Gefahr aufmerksam macht, können Radiosender anschließend ausführlichere Informationen vermitteln.
Allerdings gibt es keine Garantie, dass bei jedem großflächigen Stromausfall alle Rundfunksender uneingeschränkt verfügbar bleiben. Sendestandorte verfügen über unterschiedliche Notstromkonzepte. Deshalb sollte die eigene Vorsorge nie von einem einzigen Informationsweg abhängen.
Weitere Sofortmaßnahmen findest du im Ratgeber Was du bei einem Stromausfall zuerst tun solltest.
Welches Notfallradio passt zu dir?
Welches Gerät sinnvoll ist, hängt stärker vom Einsatzort als von der Anzahl seiner Zusatzfunktionen ab.
| Einsatzbereich | Sinnvolle Ausstattung |
|---|---|
| Wohnung oder Haus | DAB+ und UKW, Betrieb mit AA- oder AAA-Batterien |
| Längerer Stromausfall | Mehrere Stromquellen, USB-Ladung und Batteriefach |
| Notfallrucksack | Kompaktes Gehäuse, geringes Gewicht, Kopfhöreranschluss |
| Outdoor-Einsatz | Robustes Gehäuse, Schutz gegen Feuchtigkeit, Kurbel als Reserve |
| Automatische Warnungen | Ausdrücklich ASA-zertifiziertes DAB+-Radio |
Einfaches Batterieradio
Ein klassisches Radio mit AA- oder AAA-Batterien ist oft zuverlässiger, als es auf den ersten Blick wirkt. Die Batterien können separat gelagert, leicht ersetzt und auch für andere Geräte verwendet werden.
Ein Batterieradio eignet sich besonders für Haushalte, die eine unkomplizierte und wartungsarme Lösung suchen. Kurbel, Solar und Powerbank sind dafür nicht zwingend notwendig.
Kurbelradio
Bei einem Kurbelradio treibt eine Handkurbel einen kleinen Generator an. Damit lässt sich der eingebaute Akku teilweise nachladen. Das kann hilfreich sein, wenn keine andere Energiequelle mehr zur Verfügung steht.
Die Kurbel sollte jedoch als Reserve und nicht als Hauptstromversorgung verstanden werden. Wie viel Radiozeit durch das Kurbeln entsteht, unterscheidet sich erheblich zwischen den Modellen und hängt unter anderem von Lautstärke, Empfangsart und Kurbeldauer ab.
Multifunktionsradio
Viele Notfallradios kombinieren Radio, Taschenlampe, Solarpanel, Kurbel und USB-Ausgang. Diese Geräte sparen Platz, bringen aber auch Nachteile mit: Fällt der fest eingebaute Akku aus, können gleich mehrere Funktionen unbrauchbar werden.
Ein zusätzliches Fach für handelsübliche Batterien ist deshalb häufig wertvoller als eine besonders hohe, aber schwer überprüfbare Akkukapazität.
DAB+, UKW, Mittelwelle und Kurzwelle im Vergleich
Für ein Notfallradio in Deutschland sind heute vor allem UKW und DAB+ relevant.
| Empfangsart | Vorteile | Einschränkungen |
|---|---|---|
| UKW beziehungsweise FM | Viele regionale Sender, sehr große Geräteauswahl | Frequenzen müssen teilweise manuell gesucht werden |
| DAB+ | Automatische Sendersuche, digitale Zusatzinformationen, große Programmauswahl | Empfang hängt von der regionalen DAB+-Abdeckung ab |
| Mittelwelle beziehungsweise AM | Unter günstigen Bedingungen große Reichweite | Für deutsche Rundfunkprogramme heute kaum noch relevant |
| Kurzwelle | Empfang internationaler Sender möglich | Bedienung und Empfang sind anspruchsvoller |
UKW bleibt eine wichtige Empfangsmöglichkeit
Über UKW lassen sich zahlreiche regionale und überregionale Programme empfangen. Gerade lokale Sender können bei einem Unwetter, Hochwasser oder Stromausfall wichtige Informationen aus der betroffenen Region verbreiten.
Welche Frequenzen bei dir funktionieren, solltest du nicht erst während einer Störung herausfinden. Teste das Radio zu Hause und notiere dir die zuverlässig empfangbaren Sender.
DAB+ bietet mehr als digitalen Klang
DAB+ ermöglicht eine automatische Sendersuche und kann neben dem Ton auch Textinformationen übertragen. Bei einer Neuanschaffung ist ein Gerät mit DAB+ und UKW daher zukunftssicherer als ein reines UKW-Radio.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen DAB+ und der Warnfunktion Automatic Safety Alert, kurz ASA: Ein gewöhnliches DAB+-Radio kann zwar laufende Warndurchsagen empfangen, schaltet sich aber nicht automatisch für eine Warnung ein.
Für die Aufwach-, Umschalt- und Regionalisierungsfunktionen wird ein ausdrücklich ASA-zertifiziertes Radio benötigt. Solche Geräte tragen ein ASA-Logo. Das System wird in Deutschland schrittweise eingeführt und ergänzt den bestehenden Warnmittelmix.
Mittelwelle ist kein Pflichtkriterium mehr
Ältere Ratgeber empfehlen häufig Mittelwelle, weil damit früher unter anderem Deutschlandfunk empfangen werden konnte. Diese Information ist überholt: Deutschlandradio stellte die Mittelwellenausstrahlung Ende 2015 ein.
Ausländische Sender können unter günstigen Bedingungen weiterhin über Mittel- oder Kurzwelle empfangen werden. Für die alltägliche Krisenvorsorge in Deutschland sind UKW und DAB+ jedoch wesentlich wichtiger.
Welche Stromversorgung ist am zuverlässigsten?
Je mehr unabhängige Stromquellen ein Radio besitzt, desto flexibler kannst du es einsetzen. Entscheidend ist aber nicht die bloße Anzahl, sondern deren praktische Nutzbarkeit.
Wechselbare Batterien
AA- oder AAA-Batterien haben einen großen Vorteil: Sie lassen sich schnell austauschen. Wenn der Akku eines Gerätes nach mehreren Jahren deutlich an Kapazität verloren hat, kann ein separates Batteriefach den weiteren Betrieb ermöglichen.
Lagere nur die vom Hersteller vorgesehenen Batterien. Prüfe sie regelmäßig auf Beschädigungen oder ausgelaufene Flüssigkeit und rotiere ältere Bestände rechtzeitig in Alltagsgeräte.
Integrierter Akku und USB-C
Ein integrierter Akku ist bequem, wenn das Radio regelmäßig genutzt und über USB geladen wird. USB-C ist bei einer Neuanschaffung praktischer als ältere Sonderanschlüsse oder Micro-USB, weil passende Kabel in vielen Haushalten vorhanden sind.
Ein fest eingebauter Akku altert allerdings auch dann, wenn das Radio unbenutzt im Schrank liegt. Das Gerät sollte deshalb regelmäßig kontrolliert und entsprechend der Bedienungsanleitung nachgeladen werden.
Handkurbel
Eine Kurbel kann genug Energie erzeugen, um einige Minuten Radio zu hören oder eine kurze Lichtreserve bereitzustellen. Sie ersetzt weder eine geladene Powerbank noch einen Vorrat passender Batterien.
Herstellerangaben zur erzeugten Radiozeit sind nur Orientierungswerte. Die tatsächliche Leistung hängt unter anderem von Kurbeldrehzahl, Akkuzustand, Empfang und Lautstärke ab.
Integriertes Solarpanel
Die kleinen Solarflächen auf Kurbelradios liefern nur wenig Leistung. Sie eignen sich eher zur langsamen Nachladung oder zum Erhalt eines vorhandenen Ladestands als zum schnellen vollständigen Laden.
Wer ein Radio oder Smartphone regelmäßig mit Sonnenenergie versorgen möchte, benötigt normalerweise ein deutlich größeres externes Solarpanel.
Powerbank-Funktion
Ein USB-Ausgang kann helfen, einem Smartphone genug Energie für eine kurze Nachricht oder einen Anruf zu geben. Als vollwertiger Ersatz für eine separate Powerbank sind die meisten Notfallradios jedoch nicht gedacht.
Nutze das Radio während einer Störung zuerst für seine wichtigste Aufgabe: den Empfang von Informationen.
Darauf solltest du beim Kauf achten
Empfang am eigenen Wohnort
Die längste Funktionsliste hilft wenig, wenn das Radio in deiner Wohnung keine wichtigen Sender empfängt. Prüfe vor dem Kauf die DAB+-Abdeckung und teste das Gerät anschließend an seinem vorgesehenen Standort.
Mindestens zwei nutzbare Stromquellen
Eine sinnvolle Kombination ist beispielsweise:
- USB-C und wechselbare Batterien
- USB-C, Akku und Handkurbel
- Akku, Batteriefach und Kurbel
Solar ist eine Ergänzung, sollte aber nicht die einzige Reserve sein.
Einfache Bedienung
Das Radio sollte auch bei wenig Licht verständlich bedienbar sein. Gut erkennbare Tasten, eine beleuchtete Anzeige, Senderspeicher und eine nachvollziehbare Menüführung sind wichtiger als Bluetooth oder dekorative Zusatzfunktionen.
Batteriefach und Akkutausch
Prüfe, ob handelsübliche Batterien verwendet werden können oder ob ausschließlich ein fest eingebauter Akku zur Verfügung steht. Bei Spezialakkus ist außerdem interessant, ob ein Ersatzteil erhältlich ist.
Anschlüsse
Praktisch sind:
- USB-C zum Laden
- USB-A als begrenzter Ladeausgang
- Kopfhöreranschluss
- Gut geschützte Anschlussabdeckungen
Größe, Gewicht und Schutzklasse
Ein schweres, robustes Radio kann für Haus oder Camping sinnvoll sein, aber für einen Notfallrucksack ungeeignet. Umgekehrt ist ein sehr leichtes Gerät möglicherweise weniger widerstandsfähig.
Bezeichnungen wie IPX5 oder IP55 beschreiben einen geprüften Schutz gegen Wasser beziehungsweise Staub. „Outdoor“ oder „spritzwassergeschützt“ sind ohne konkrete Schutzklasse deutlich weniger aussagekräftig.
Hersteller und Bedienungsanleitung
Bevorzuge Geräte, für die eine nachvollziehbare deutschsprachige Anleitung, technische Daten und eine erreichbare Servicestelle vorhanden sind. Gerade bei sicherheitsrelevanter Ausrüstung ist das wertvoller als eine möglichst hohe Zahl beworbener Zusatzfunktionen.
Notfallradios im transparenten Vergleich
Die folgende Übersicht ist kein eigener Praxistest. Sie vergleicht aktuelle Geräte anhand der Herstellerangaben und Bedienungsanleitungen. Preise und Verfügbarkeit können sich ändern. Stand der Prüfung: August 2026.
| Modell | Empfang | Stromversorgung | Besondere Stärke | Einschränkung |
|---|---|---|---|---|
| Philips TAR1609 | UKW, AM | Akku, USB-C, Kurbel, Solar, 3 AAA-Batterien | Vielseitige Energieversorgung | Kein DAB+ |
| TechniSat VIOLA 200 | DAB+, UKW | Netzteil oder 4 AA-Batterien | Einfache, leichte Haushaltslösung | Keine Kurbel und keine Ladefunktion |
| Denver SCD-2033 | DAB+, UKW, ASA | 2.000-mAh-Akku, USB-C, Kurbel, Solar | Automatische ASA-Warnfunktion | Laut Anleitung nicht wasserdicht |
| Albrecht DR 112 | DAB+, UKW | 4.000-mAh-Akku, USB-C, Kurbel, Solar | Kompaktes, robustes Gesamtpaket | Keine normalen Ersatzbatterien |
| Sangean MMR-99 DAB | DAB+, UKW | 2.600-mAh-Akku, USB-C, Kurbel, Solar | IP55 und robuste Bauweise | Mit 837 Gramm relativ schwer |
Philips TAR1609: vielseitige analoge Lösung
Das Philips TAR1609 empfängt UKW und AM. Sein integrierter Akku wird über USB-C, die Handkurbel oder das kleine Solarpanel geladen. Zusätzlich ist der Betrieb mit drei AAA-Batterien möglich.
Philips nennt eine Radio-Wiedergabezeit von bis zu 32 Stunden bei angemessener Lautstärke, veröffentlicht auf der deutschen Produktseite jedoch keine Kapazität des eingebauten Akkus.
Das Gerät eignet sich für Nutzer, die ein einfaches analoges Kurbelradio mit Batteriereserve suchen. Wer DAB+ oder ASA möchte, benötigt ein anderes Modell.

TechniSat VIOLA 200: unkompliziertes Batterieradio

Das VIOLA 200 empfängt DAB+ und UKW und wird entweder über das mitgelieferte Netzteil oder mit vier AA-Batterien betrieben. Mit einem Herstellergewicht von 278 Gramm ist es deutlich leichter als viele Multifunktionsradios.
Es besitzt weder Kurbel noch Solarpanel oder Powerbank-Funktion. Das ist nicht zwangsläufig ein Nachteil: Für den Einsatz zu Hause kann die einfache Stromversorgung mit austauschbaren Standardbatterien besonders praktisch sein.
Denver SCD-2033: Kurbelradio mit ASA
Das Denver SCD-2033 verbindet DAB+, UKW, einen 2.000-mAh-Akku, USB-C, Handkurbel, Solarpanel und USB-Ladeausgang. Besonders interessant ist die zertifizierte ASA-Funktion. Das Radio kann entsprechende Warnungen im DAB+-Netz überwachen und automatisch auf den Warnkanal umschalten.
Damit gehört es zu den wenigen mobilen Kurbelradios, die nicht nur DAB+, sondern auch die neue automatische Warnfunktion unterstützen.
Die Bedienungsanleitung weist allerdings ausdrücklich darauf hin, dass das Gerät nicht wasserdicht ist. Die Powerbank- und Solarfunktion sind laut Hersteller nur als Reserve gedacht.

Albrecht DR 112: kompaktes Gesamtpaket

Das Albrecht DR 112 empfängt DAB+ und UKW und besitzt einen 4.000-mAh-Akku. Es lässt sich über USB-C, Handkurbel und Solarpanel laden. Der USB-Ausgang liefert laut Hersteller bis zu 5 Volt und 2 Ampere.
Das 510 Gramm schwere Gehäuse ist nach IPX5 gegen Strahlwasser geschützt. Taschenlampe, Leselicht, Senderspeicher und Bluetooth gehören ebenfalls zur Ausstattung.
Der festgelegte Fokus liegt klar auf Vielseitigkeit. Eine zusätzliche Betriebsmöglichkeit mit normalen AA- oder AAA-Batterien fehlt jedoch.
Sangean MMR-99 DAB: robuste Lösung für draußen
Das Sangean MMR-99 DAB empfängt DAB+ und UKW und besitzt einen austauschbaren 2.600-mAh-Akkupack. Geladen wird über USB-C, Handkurbel oder Solarpanel. Ein USB-A-Ausgang mit 5 Volt und 1 Ampere ermöglicht eine begrenzte Notladung anderer Geräte.
Das nach IP55 geschützte Gehäuse ist für Staub, Feuchtigkeit und häufigeren Außeneinsatz besser vorbereitet als viele günstige Kurbelradios. Mit 837 Gramm ist es allerdings vergleichsweise schwer und für einen leichten Notfallrucksack nur bedingt geeignet.

Empfehlungen nach Einsatzzweck
Für die meisten Haushalte
Ein einfaches DAB+- und UKW-Radio mit AA-Batterien ist häufig die vernünftigste Lösung. Das TechniSat VIOLA 200 steht beispielhaft für dieses Konzept.
Es benötigt keine Kurbel und keinen alternden fest eingebauten Akku, solange passende Batterien vorhanden sind.
Für eine vielseitige Basislösung
Das Philips TAR1609 bietet mit Akku, AAA-Batterien, USB-C, Kurbel und Solar besonders viele Energieoptionen. Es bleibt allerdings auf UKW und AM beschränkt.
Für ASA-Warnungen
Wer gezielt ein Radio mit automatischer Warnfunktion sucht, sollte auf das ASA-Logo achten. Unter den verglichenen mobilen Geräten erfüllt das Denver SCD-2033 dieses Kriterium.
DAB+ allein genügt für die automatische Aufwachfunktion nicht.
Für ein robustes Gesamtpaket
Das Albrecht DR 112 kombiniert DAB+, UKW, Kurbel, Solar, USB-C und ein IPX5-Gehäuse in einem vergleichsweise kompakten Format.
Für häufigen Outdoor-Einsatz
Das Sangean MMR-99 DAB ist robust und umfangreich ausgestattet. Für die reine Lagerung zu Hause ist das hohe Gewicht kaum relevant; für einen Rucksack sollte es dagegen bewusst eingeplant werden.
Wenn du das Radio mobil bereithalten möchtest, findest du weitere Hinweise in der Checkliste für den Fluchtrucksack und Notfallrucksack.
Notfallradio richtig vorbereiten
Ein Radio, das ungeprüft im Schrank liegt, bietet nur eine trügerische Sicherheit. Bereite es deshalb unmittelbar nach dem Kauf vor.
Empfang testen
Führe einen vollständigen Sendersuchlauf durch und teste das Gerät in den Räumen, in denen es während eines Stromausfalls verwendet werden soll. Ein Fensterplatz kann den Empfang verbessern.
Regionale Sender notieren
Schreibe dir mehrere zuverlässig empfangbare regionale und überregionale Sender auf. Eine allgemeine „BBK-Frequenz“ für ganz Deutschland gibt es nicht.
Notiere zusätzlich:
- Regionale öffentlich-rechtliche Sender
- Lokale Radioprogramme
- Wichtige Internetadressen für Warnmeldungen
- Örtliche Anlauf- oder Informationsstellen, sofern die Kommune solche benennt
Stromversorgung vorbereiten
- Akku vollständig laden
- Passende Ersatzbatterien bereithalten
- Benötigte USB-Kabel gemeinsam mit dem Radio lagern
- Batterien nicht dauerhaft im Gerät lassen, wenn der Hersteller davon abrät
- Akkustand und Funktion regelmäßig kontrollieren
Bedienung ausprobieren
Teste Sendersuche, Lautstärke, Beleuchtung und den Wechsel zwischen DAB+ und UKW. Eine Kurbel sollte ebenfalls einmal ausprobiert werden, damit ihre Handhabung im Bedarfsfall bekannt ist.
Bei einem ASA-Radio müssen außerdem die Warnfunktion und der passende Standortcode korrekt eingerichtet werden.
So nutzt du das Radio während eines Stromausfalls
Prüfe zunächst, ob nur deine Wohnung oder ein größeres Gebiet betroffen ist. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung findest du in unserem Ratgeber zu den wichtigsten Sofortmaßnahmen bei Stromausfall.
- Schalte zunächst einen regionalen Sender ein.
- Ziehe die Antenne vollständig aus.
- Verändere bei schlechtem Empfang den Standort.
- Probiere sowohl DAB+ als auch UKW aus.
- Höre zu festen Zeiten Nachrichten, statt das Radio dauerhaft laufen zu lassen.
- Verwende eine moderate Lautstärke, um Energie zu sparen.
- Vergleiche wichtige Angaben nach Möglichkeit mit Cell Broadcast, NINA oder anderen seriösen Quellen.
Beachte besonders Hinweise der zuständigen Behörden und örtlichen Einsatzkräfte. Unbestätigte Nachrichten aus sozialen Netzwerken oder privaten Gruppen sollten nicht ungeprüft weitergegeben werden.
Auch ein Autoradio kann Informationen liefern. Achte dabei darauf, die Fahrzeugbatterie nicht unnötig zu entladen. Ein Fahrzeugmotor darf niemals in einer Garage oder einem anderen geschlossenen Raum laufen.
Radio, Cell Broadcast und Warn-App kombinieren
In Deutschland werden Warnungen über mehrere Wege verbreitet. Diese Systeme ergänzen sich, weil jeder Warnkanal eigene Stärken und technische Voraussetzungen besitzt.
Cell Broadcast
Cell Broadcast sendet Warnmeldungen direkt an geeignete Mobiltelefone. Eine App ist dafür nicht erforderlich. Das Smartphone muss eingeschaltet, empfangsbereit und mit einer funktionierenden Mobilfunkzelle verbunden sein.
Warn-App NINA
NINA kann ausführlichere Warntexte, Karten und Handlungsempfehlungen anzeigen. Dafür benötigt das Smartphone in der Regel eine funktionierende Datenverbindung.
Sirenen
Sirenen erzeugen Aufmerksamkeit, übermitteln aber nur begrenzte Informationen. Nach einem Sirenensignal solltest du deshalb weitere Informationsquellen einschalten.
Radio
Das Radio eignet sich besonders für fortlaufende Informationen und behördliche Durchsagen. Ein batteriebetriebenes oder anderweitig stromnetzunabhängiges Gerät bleibt auch dann nutzbar, wenn die Steckdose ausfällt.
Wenn du nicht nur Informationen empfangen, sondern mit Angehörigen kommunizieren möchtest, hilft dir der Ratgeber Notfall-Kommunikation ohne Internet und Handy bei der Planung.
Der ausführliche Ratgeber Blackout-Vorsorge für Wohnung und Haus zeigt, wie du das Radio in eine vollständige Stromausfallvorsorge integrierst.
Häufige Fehler bei Notfallradios
Das Gerät wird nie ausprobiert
Wer das Radio erst während eines Stromausfalls auspackt, kennt weder Bedienung noch Empfangsqualität oder Akkuzustand.
Die Kurbel wird überschätzt
Eine kleine Handkurbel erzeugt nur begrenzt Energie. Sie ist eine Reserve, aber kein komfortabler Ersatz für geladene Akkus oder Batterien.
Kaufentscheidung nur nach Akkukapazität
Hohe Milliamperestunden-Zahlen sagen wenig über Empfang, Bedienbarkeit, Qualität und tatsächliche Laufzeit aus. Bei unbekannten Marketplace-Marken lassen sich solche Angaben außerdem häufig nur schwer überprüfen.
Das Solarpanel soll das Smartphone laden
Das kleine Panel eines Notfallradios liefert dafür normalerweise zu wenig Leistung. Auch die Powerbank-Funktion des Radios sollte nur für eine begrenzte Notladung eingeplant werden.
Nur ein fest eingebauter Akku
Hat das Gerät keine weitere Stromquelle, kann ein gealterter oder tiefentladener Akku das gesamte Radio unbrauchbar machen.
DAB+ wird mit ASA verwechselt
Nur ausdrücklich zertifizierte ASA-Geräte besitzen die automatische Warn-, Umschalt- und Aufwachfunktion.
Veraltete Frequenzen werden gespeichert
Die früher genutzten Deutschlandfunk-Mittelwellenfrequenzen sind seit Ende 2015 nicht mehr in Betrieb. Entscheidend sind heute die tatsächlich empfangbaren regionalen UKW- und DAB+-Programme.
Häufige Fragen zum Notfallradio
Ein batteriebetriebenes, geladenes oder kurbelbetriebenes Radio funktioniert unabhängig von der eigenen Steckdose. Ob einzelne Sender verfügbar bleiben, hängt von deren Infrastruktur und Notstromversorgung ab. Das BBK empfiehlt ein stromnetzunabhängiges Radio trotzdem ausdrücklich als Bestandteil der Vorsorge.
Für die Krisenvorsorge ist ein Gerät mit beiden Empfangsarten am flexibelsten. So kannst du abhängig von Standort und Störung zwischen DAB+ und UKW wechseln.
Nein. Ein einfaches Radio mit handelsüblichen Batterien kann für einen Haushalt sogar die zuverlässigere und günstigere Lösung sein. Die Kurbel ist vor allem eine zusätzliche Reserve.
Das kleine Solarpanel kann den Akku langsam nachladen oder dessen Ladestand unterstützen. Für schnelles Laden oder die regelmäßige Versorgung eines Smartphones ist es zu klein.
Manche Geräte besitzen einen USB-Ausgang. Dieser ist für eine begrenzte Notladung gedacht. Eine separate, ausreichend dimensionierte Powerbank ist für das Smartphone deutlich praktischer.
Speichere mehrere Sender, die du an deinem Wohnort tatsächlich empfangen kannst. Dazu gehören regionale öffentlich-rechtliche Programme und lokale Radiosender. Teste sowohl DAB+ als auch UKW.
Ein ASA-zertifiziertes DAB+-Radio kann regionale Warnsignale überwachen, automatisch auf einen Warnkanal wechseln und teilweise aus dem Standby aufwachen. Zertifizierte Geräte sind am ASA-Logo zu erkennen.
Kontrolliere es regelmäßig und zusätzlich nach längerer Lagerung. Prüfe Empfang, Akku, Batterien, Kabel und Bedienung. Halte dich bei der Akkupflege an die Angaben des Herstellers.
Fazit: Das beste Notfallradio passt zu deinem Einsatz
Ein gutes Notfallradio muss nicht möglichst viele Funktionen besitzen. Es muss an deinem Standort Sender empfangen, ohne Steckdose funktionieren und auch nach längerer Lagerung zuverlässig bedienbar sein.
Für viele Haushalte reicht ein DAB+- und UKW-Radio mit wechselbaren AA-Batterien. Wer zusätzliche Reserven möchte, kann ein Modell mit USB-C, Akku und Handkurbel wählen. Das kleine Solarpanel und die Powerbank-Funktion solltest du als Ergänzung und nicht als Hauptenergieversorgung betrachten.
Wenn dir automatische Warnungen wichtig sind, achte ausdrücklich auf eine ASA-Zertifizierung. Ein gewöhnliches DAB+-Logo reicht dafür nicht aus.
Das Radio ist dabei nur ein Baustein. Am zuverlässigsten ist eine Kombination aus Cell Broadcast, Warn-App, Sirenen, regionalem Rundfunk und einer guten persönlichen Krisenvorsorge.
Quellen und Herstellerangaben
- Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe: In der Krise informiert sein
- Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe: Cell Broadcast
- DAB+: Automatic Safety Alert und zertifizierte Geräte
- Deutschlandfunk: Ende der Mittelwelle
- Philips TAR1609 – Herstellerangaben
- TechniSat VIOLA 200 – Herstellerangaben
- Denver SCD-2033 – Herstellerangaben
- Albrecht DR 112 – Bedienungsanleitung
- Sangean MMR-99 DAB – Herstellerangaben
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