Wenn die Heizung im Winter ausfällt, zählt zuerst die Sicherheit. Eine mobile Wärmequelle kann einen einzelnen Raum zeitweise temperieren, aber sie ersetzt keine geprüfte Heizungsanlage. Die folgenden Schritte helfen dir, die ersten Stunden zu überbrücken und gefährliche Improvisationen zu vermeiden.
Was bei einem Heizungsausfall zuerst zu tun ist
- Ursache und Umfang prüfen: Kontrolliere Sicherungen und Thermostat, frage Nachbarn und informiere bei einer Mietwohnung die Hausverwaltung. Bei Rauch, Feuer, austretendem Gas oder akuten Beschwerden gilt 112.
- Einen Aufenthaltsraum wählen: Schließe die Türen zu ungenutzten Zimmern, ziehe Vorhänge zu und halte Fenster geschlossen. So bleibt die vorhandene Wärme länger in einem kleinen Bereich.
- Körper warm halten: Mehrere trockene Kleidungsschichten, Mütze, warme Socken, Decken und regelmäßige leichte Bewegung sind sichere Sofortmaßnahmen. Eine Wärmflasche gehört in einen Bezug und muss dicht verschlossen sein.
- Nach einigen Stunden neu entscheiden: Sinkt die Raumtemperatur weiter oder sind gefährdete Personen betroffen, ist ein beheizter Ausweichort bei Familie, Freunden oder einer kommunalen Einrichtung die sicherere Lösung.
Welche Wärmequellen geeignet sind
Elektrische Heizgeräte
Elektrische Heizlüfter oder Radiatoren erzeugen keine Abgase. Sie dürfen nur an einer geeigneten, unbeschädigten Steckdose betrieben werden. Stecke ein leistungsstarkes Gerät direkt in die Wandsteckdose, nicht in eine Mehrfachsteckdose oder Kabeltrommel. Halte den vom Hersteller vorgegebenen Abstand zu Vorhängen, Möbeln und Textilien ein, decke das Gerät nicht ab und lasse es nicht unbeaufsichtigt laufen.
Prüfe vorab den Stromverbrauch: Ein Gerät mit 2.000 Watt benötigt unter idealen Bedingungen etwa 2 Kilowattstunden pro Betriebsstunde. Eine Powerstation mit 1.000 Wattstunden könnte damit rechnerisch weniger als 30 Minuten heizen, sobald Wechselrichterverluste und die maximale Ausgangsleistung berücksichtigt werden. Sie eignet sich daher eher für Licht, Kommunikation oder eine kurze Überbrückung als für die Raumheizung.
Gas-, Petroleum- und andere Verbrennungsgeräte
Ein Gerät darf in Innenräumen nur verwendet werden, wenn der Hersteller diesen Einsatz ausdrücklich vorsieht und die Bedienungsanleitung eingehalten wird. Campingkocher, Grills, Feuerschalen, improvisierte Ölöfen und sogenannte Teelichtöfen gehören niemals in Wohnräume. Sie können Brände auslösen und Kohlenmonoxid (CO) freisetzen.
Auch ein zugelassener mobiler Gasheizer braucht den vorgeschriebenen Abstand und die vom Hersteller verlangte Frischluftzufuhr. Lüfte nicht nach einer pauschalen Zeitangabe, sondern genau nach der Anleitung. Beende den Betrieb sofort, wenn ein CO-Melder alarmiert oder Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Schwäche oder Verwirrtheit auftreten: Gerät nur gefahrlos ausschalten, den Raum verlassen, an die frische Luft gehen und 112 rufen.
Holzöfen und Kamine
Ein Kamin- oder Holzofen ist keine spontane Notlösung. Er muss fachgerecht installiert, für den Raum zugelassen und an einen geeigneten Schornstein angeschlossen sein. Vor der Inbetriebnahme sind die Vorgaben des Bezirksschornsteinfegers und die Bedienungsanleitung maßgeblich. Niemals einen Ofen, eine Feuerstelle oder einen Brenner improvisiert in der Wohnung aufstellen.
Generatoren sicher einsetzen
Ein benzin- oder dieselbetriebenes Notstromaggregat gehört ausschließlich ins Freie, trocken und mit großem Abstand zu Türen, Fenstern und Lüftungsöffnungen. Als Orientierung werden mindestens 20 Fuß (rund 6 Meter) empfohlen. Garage, Keller, Treppenhaus, Wintergarten und Balkon sind ungeeignet. Abgase können sich sonst im Gebäude sammeln. Tanke nur bei ausgeschaltetem, abgekühltem Gerät und lagere Kraftstoff nicht in Wohnräumen.
Schließe keine Hausinstallation direkt an einen Generator an. Für eine Einspeisung ist eine fachgerecht installierte Umschalteinrichtung durch einen Elektrofachbetrieb erforderlich. Verwende nur zugelassene Verlängerungen für den Außenbereich und halte die zulässige Leistung des Aggregats ein.
CO- und Brandschutz
- Installiere CO-Melder dort, wo Verbrennungsgeräte betrieben werden, und zusätzlich nach Herstellerangabe in der Nähe von Schlafbereichen. Teste sie regelmäßig und beachte das Ablaufdatum.
- Ein Rauchmelder ersetzt keinen CO-Melder: CO ist unsichtbar und geruchlos und kann auch ohne sichtbaren Rauch entstehen.
- Halte Fluchtwege frei, stelle einen passenden Feuerlöscher bereit und bewahre Decken oder Textilien niemals auf oder direkt neben einem Heizgerät auf.
- Bei einem Alarm oder Vergiftungsverdacht: alle Personen hinausbringen, nicht im Gebäude nach der Ursache suchen und 112 verständigen.
Vorbereitung für die nächsten 24 Stunden
- Jetzt: Eine warme Zone einrichten, Türen schließen, Kleidung und Decken verteilen, Telefon laden und die Heizung sowie die Hausverwaltung prüfen.
- In den nächsten Stunden: Nur eine ausdrücklich für Innenräume zugelassene Wärmequelle nach Anleitung betreiben. Temperatur, Stromausfall und besondere Bedürfnisse von Kindern, älteren oder kranken Menschen beobachten.
- Bei längerem Ausfall: Einen beheizten Ausweichort organisieren. Ein Generator oder ein Brennstoffgerät darf nicht aus Zeitdruck improvisiert eingesetzt werden.
Weiterführende, geprüfte Informationen
- Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe: Stromausfall
- Deutscher Feuerwehrverband: Alternative Heizmethoden – Hinweise zur Brandgefahr
- Bundesinstitut für Risikobewertung: Kohlenmonoxid beim Heizen
- US Centers for Disease Control and Prevention: Generator safety
Merksatz: Wärme zuerst durch Kleidung, Raumwahl und sichere Vorbereitung gewinnen. Brennstoffe und offene Flammen in Wohnräumen sind keine Abkürzung, sondern können innerhalb weniger Minuten lebensgefährlich werden.
