Blackout-Vorsorge: So bereitest du dein Zuhause sinnvoll vor

Ein längerer Stromausfall stellt einen Haushalt vor ganz andere Probleme als eine kurze Unterbrechung von wenigen Minuten. Licht, Herd und Internet fallen aus. Je nach Gebäude funktionieren außerdem Heizung, Warmwasser, Wasserpumpen, Aufzüge oder elektrische Türöffner nicht mehr.

Das bedeutet nicht, dass du dein Zuhause mit teurer Spezialausrüstung in eine autarke Festung verwandeln musst. Gute Blackout-Vorsorge beginnt viel einfacher: Du prüfst, wovon dein Haushalt abhängig ist, sicherst die wichtigsten Grundbedürfnisse ab und legst einen realistischen Notfallplan fest.

Dieser Leitfaden zeigt dir, welche Vorbereitungen wirklich sinnvoll sind – ohne Panikmache und ohne eine endlose Einkaufsliste.

Blackout oder Stromausfall: Was ist der Unterschied?

Nicht jeder Stromausfall ist ein Blackout. In den meisten Fällen handelt es sich um eine örtlich begrenzte Störung. Sie kann nur eine Wohnung, ein Gebäude, eine Straße oder einen Teil des Versorgungsnetzes betreffen und wird häufig innerhalb kurzer Zeit behoben.

Die Bundesnetzagentur bezeichnet einen Blackout dagegen als flächendeckenden, unvorhergesehenen und unkontrollierten Ausfall der Stromversorgung. Ein solches Ereignis gilt in Deutschland als äußerst unwahrscheinlich. Trotzdem ist eine private Vorsorge sinnvoll, weil auch Unwetter, Hochwasser, Bauarbeiten oder technische Schäden zu regionalen und länger andauernden Stromausfällen führen können.

Der entscheidende Unterschied für deine Vorbereitung liegt im Umfang: Bei einer kurzen Störung reichen meistens Taschenlampe und etwas Geduld. Dauert der Ausfall länger, werden Wasser, Lebensmittel, Wärme, Informationen und die Energieversorgung wichtiger.

Ist der Strom bereits ausgefallen, findest du die ersten Schritte im Ratgeber „Stromausfall: Was tun? Die wichtigsten Sofortmaßnahmen“. Dieser Artikel konzentriert sich dagegen auf die Vorbereitung vor dem Ereignis.

Blackout-Checkliste: Das Wichtigste auf einen Blick

Mit dieser Grundausstattung kannst du die wichtigsten Probleme eines längeren Stromausfalls überbrücken:

  • Trinkwasser und Getränke
  • haltbare Lebensmittel, die möglichst ohne Kühlung auskommen
  • einige Mahlzeiten, die ohne Kochen gegessen werden können
  • Taschen– oder Stirnlampen
  • passende Ersatzbatterien beziehungsweise geladene Akkus
  • mindestens eine geladene Powerbank
  • batterie- oder kurbelbetriebenes Radio
  • warme Kleidung, Decken und Schlafsäcke
  • persönliche Medikamente und eine Hausapotheke
  • grundlegende Hygieneartikel und Müllbeutel
  • Bargeld in kleiner Stückelung
  • wichtige Telefonnummern und Adressen auf Papier
  • Flaschenöffner und manueller Dosenöffner
  • ein Haushaltsplan für Kinder, Haustiere und hilfsbedürftige Personen

Die Liste ist kein starres Einkaufspaket. Eine Person in einer Stadtwohnung benötigt teilweise andere Lösungen als eine Familie in einem Einfamilienhaus. Deshalb solltest du zunächst die konkreten Abhängigkeiten deines Haushalts untersuchen.

Prüfe die Schwachstellen deines Haushalts

Eine sinnvolle Blackout-Vorsorge beginnt nicht im Onlineshop, sondern mit einem Rundgang durch die eigene Wohnung oder das eigene Haus.

Prüfe dabei folgende Fragen:

  • Funktioniert deine Heizung ohne Netzstrom?
  • Benötigt die Wasserversorgung im Gebäude elektrische Pumpen?
  • Kannst du Lebensmittel ohne elektrischen Herd zubereiten?
  • Lassen sich Haustür, Garage und Hoftor ohne Strom öffnen?
  • Wohnst du in einem oberen Stockwerk und bist auf einen Aufzug angewiesen?
  • Gibt es elektrische Rollläden oder andere wichtige Antriebe?
  • Benötigt jemand im Haushalt regelmäßig Medikamente?
  • Werden medizinische Geräte elektrisch betrieben?
  • Gibt es kleine Kinder, ältere Menschen oder pflegebedürftige Personen?
  • Was benötigen vorhandene Haustiere?
  • Wo befinden sich Sicherungskasten, Taschenlampen und wichtige Schlüssel?

Schreibe die Antworten auf. So erkennst du schnell, welche Bereiche Priorität haben.

Nicht jedes Gebäude verliert sofort Wasser und Wärme

Ein Stromausfall bedeutet nicht zwangsläufig, dass unmittelbar kein Wasser mehr aus der Leitung kommt. Das hängt unter anderem von der örtlichen Versorgung, der Gebäudehöhe und vorhandenen Pumpen ab. Auch bei einer Gas- oder Ölheizung werden jedoch häufig Umwälzpumpe, Steuerung und Zündung mit Strom betrieben.

Verlasse dich daher nicht allein auf die verwendete Energiequelle. Prüfe stattdessen deine konkrete Heizungsanlage und frage bei Unsicherheit den Vermieter, die Hausverwaltung oder einen Fachbetrieb.

Besondere gesundheitliche Bedürfnisse zuerst klären

Wenn eine Person auf ein elektrisch betriebenes medizinisches Gerät angewiesen ist, reicht eine allgemeine Checkliste nicht aus. Kläre frühzeitig mit Arzt, Versorger, Hersteller und gegebenenfalls Pflegedienst, welche Notfalllösung vorgesehen ist.

Eine Powerstation sollte nicht ohne genaue Prüfung als Ersatz für eine medizinische Notstromversorgung eingeplant werden. Leistungsaufnahme, Laufzeit, Anschlüsse und Umschaltzeiten müssen zur jeweiligen Anwendung passen.

Wasser und Lebensmittel bevorraten

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt, sich möglichst zehn Tage selbst versorgen zu können. Aber bereits ein Vorrat für mindestens drei Tage ist eine wertvolle Grundlage, die du schrittweise erweitern kannst.

So viel Wasser solltest du einplanen

Das BBK nennt für einen Erwachsenen mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit pro Tag. Wenn du zusätzlich Wasser für die Zubereitung von Lebensmitteln benötigst, solltest du insgesamt mit etwa zwei Litern pro Person und Tag rechnen.

Für einen Haushalt mit zwei Personen ergibt das:

  • 3 Tage: etwa 12 Liter
  • 5 Tage: etwa 20 Liter
  • 10 Tage: etwa 40 Liter

Das ist zunächst der Vorrat zum Trinken und Kochen. Für Hygiene, Haustiere oder besondere gesundheitliche Anforderungen kann zusätzliches Wasser erforderlich sein.

Weitere Hinweise zur Menge, Lagerung und regelmäßigen Erneuerung findest du im ausführlichen Ratgeber zum Wasservorrat im Notfall.

Lebensmittel müssen zu deinem Haushalt passen

Ein guter Vorrat besteht nicht aus unbekannten Notrationen, sondern überwiegend aus Lebensmitteln, die du ohnehin verwendest. Dadurch kannst du sie im Alltag verbrauchen und regelmäßig ersetzen.

Geeignet sind beispielsweise:

  • Knäckebrot, Zwieback und haltbares Brot
  • Haferflocken und Müsli
  • Konserven und Fertiggerichte
  • Hülsenfrüchte im Glas oder in der Dose
  • Nüsse und Trockenfrüchte
  • haltbare Milch oder pflanzliche Alternativen
  • Obstmus und eingekochte Lebensmittel
  • Snacks und Lebensmittel für besondere Ernährungsbedürfnisse

Plane auch Mahlzeiten ein, die sich kalt essen lassen. Reis, Nudeln und getrocknete Hülsenfrüchte sind zwar lange haltbar, benötigen aber Wasser und Energie zum Kochen.

Denke außerdem an Babynahrung, Tierfutter, Allergien und Unverträglichkeiten. Eine ausführliche Auswahl findest du in der Übersicht über lang haltbare Lebensmittel für den Notvorrat.

Licht und sichere Orientierung

Licht gehört zu den einfachsten und wichtigsten Vorbereitungen. In einem dunklen Treppenhaus, Keller oder Badezimmer steigt das Risiko zu stolpern oder sich zu verletzen.

Sinnvoll sind:

  • mindestens eine leicht erreichbare Taschenlampe
  • eine Stirnlampe für Arbeiten mit beiden Händen
  • eine zusätzliche Leuchte für den wichtigsten Aufenthaltsraum
  • passende Ersatzbatterien oder geladene Akkus

Bewahre eine Lampe so auf, dass du sie auch im Dunkeln findest. Eine kleine Leuchte neben dem Bett ist beispielsweise hilfreicher als die gesamte Ausrüstung in einer Kiste im Keller.

LED-Laternen sind in der Regel sparsamer und sicherer als Kerzen. Kerzen können als Reserve dienen, sollten aber nur in standsicheren, nicht brennbaren Haltern und niemals unbeaufsichtigt verwendet werden. In Haushalten mit Kindern oder Haustieren sind batteriebetriebene Leuchten meist die bessere Wahl.

Welche Eigenschaften bei Laufzeit, Energieversorgung und Bedienung wichtig sind, erklärt die Kaufberatung zu Taschenlampen für Notfälle.

Kommunikation und Informationen sichern

Bei einem größeren Stromausfall können Mobilfunk und Internet zunächst noch funktionieren. Mit zunehmender Dauer sind jedoch Einschränkungen möglich. Außerdem nützt ein funktionierendes Netz wenig, wenn der Akku deines Smartphones leer ist.

Zur Grundausstattung gehören deshalb:

  • ein möglichst geladenes Smartphone
  • Ladekabel
  • eine oder mehrere geladene Powerbanks
  • ein batterie- oder kurbelbetriebenes Radio
  • Ersatzbatterien
  • wichtige Telefonnummern und Adressen auf Papier

Nutze das Smartphone sparsam. Reduziere die Bildschirmhelligkeit, schließe unnötige Apps und verwende es vor allem für wichtige Informationen und Kontakte.

Warn-Apps sind sinnvoll, solange Smartphone und Datennetz funktionieren. Für einen längeren Ausfall empfiehlt das BBK zusätzlich ein batterie- oder kurbelbetriebenes Radio, über das behördliche Informationen empfangen werden können. Mehr dazu findest du im Ratgeber Notfallradio bei Stromausfall.

Vereinbare innerhalb der Familie außerdem einen Treffpunkt und eine Kontaktperson außerhalb der Region. Das ist besonders hilfreich, wenn Kinder unterwegs sind oder einzelne Familienmitglieder ihren Arbeitsplatz nicht sofort verlassen können.

Wärme und Kochen ohne Strom

Ein Ausfall der Heizung wird vor allem im Winter zum Problem. Selbst Gas-, Öl- oder Pelletheizungen benötigen häufig Strom für Steuerung, Pumpen oder Fördersysteme.

Wärme möglichst lange im Raum halten

Wenn die Heizung nicht funktioniert:

  • nutze möglichst einen gemeinsamen Aufenthaltsraum
  • schließe Türen zu ungenutzten Räumen
  • trage mehrere Kleidungsschichten
  • halte Decken und Schlafsäcke griffbereit
  • reduziere Zugluft, ohne notwendige Lüftung vollständig zu verhindern
  • achte besonders auf Kinder, ältere oder erkrankte Personen

Ein vorhandener Kamin oder Ofen hilft nur, wenn er fachgerecht installiert, geprüft und sicher betrieben wird. Brennstoffe und Verbrennungsgeräte dürfen nicht improvisiert eingesetzt werden.

Sicher kochen

Ein kleiner Vorrat kalt essbarer Lebensmittel reduziert den Druck, sofort eine alternative Kochstelle verwenden zu müssen.

Wenn du einen Campingkocher einsetzen möchtest, beachte unbedingt die Herstellerangaben. Viele Geräte sind ausschließlich für den Betrieb im Freien zugelassen. Verwende einen Kocher nur in der dafür vorgesehenen Umgebung und halte brennbare Gegenstände fern.

Holzkohle- und Gasgrills sowie Stromaggregate gehören niemals in Wohnräume, Keller, Garagen oder andere geschlossene Bereiche. Das gilt auch bei geöffneten Fenstern oder Garagentoren. Bei der Verbrennung kann geruchloses Kohlenmonoxid entstehen, das innerhalb kurzer Zeit zu schweren oder tödlichen Vergiftungen führen kann.

Auch provisorische Heizlösungen mit Grill, Kocher oder offenem Feuer sind lebensgefährlich. Verwende nur Geräte, die ausdrücklich für den jeweiligen Zweck und Einsatzort zugelassen sind.

Gesundheit, Medikamente und Hygiene

Apotheken, Arztpraxen und Pflegedienste können bei einem großflächigen Stromausfall eingeschränkt erreichbar sein. Sorge deshalb dafür, dass regelmäßig benötigte Medikamente nicht erst im letzten Moment nachgekauft werden müssen.

Zur gesundheitlichen Vorsorge gehören:

  • persönliche Medikamente
  • Verbandmaterial und Pflaster
  • Wunddesinfektionsmittel
  • Einmalhandschuhe
  • Fieberthermometer
  • persönliche Hilfsmittel
  • eine Liste wichtiger Diagnosen und Medikamente
  • Kontaktdaten von Arzt, Pflegedienst und Angehörigen

Prüfe Medikamente regelmäßig und beachte die vorgeschriebenen Lagerbedingungen. Kühlpflichtige Arzneimittel benötigen eine individuelle Planung mit medizinischem Fachpersonal.

Eine Orientierung für die Grundausstattung bietet die Checkliste für die Hausapotheke.

Hygiene bei eingeschränkter Wasserversorgung

Falls Wasser oder Abwasserpumpen ausfallen, können einfache Hygieneartikel besonders wichtig werden:

  • Seife und Handdesinfektionsmittel
  • Toilettenpapier
  • Feuchttücher
  • Müllbeutel
  • Damenhygiene
  • Windeln und Pflegebedarf
  • Einmalhandschuhe
  • geeignete Behälter für Abfälle

Müllbeutel können helfen, Abfälle sauber zu sammeln. Sie ersetzen jedoch nicht automatisch eine sichere Toilettenlösung. Informiere dich bei einem längeren Ausfall über Hinweise deiner Kommune oder des örtlichen Versorgers.

Bargeld, Dokumente und Kontakte

Kartenzahlung, Geldautomaten und elektronische Kassensysteme können bei einem Stromausfall ausfallen. Das BBK empfiehlt deshalb, Bargeld bereitzuhalten.

Ein sinnvoller Betrag hängt von deinem Haushalt und den üblichen Ausgaben ab. Kleine Scheine und Münzen sind praktischer als wenige große Banknoten.

Zusätzlich solltest du griffbereit haben:

  • Ausweise und wichtige Dokumente
  • Versicherungs- und Gesundheitsdaten
  • Telefonnummer des örtlichen Netzbetreibers
  • Nummern von Angehörigen und Nachbarn
  • ärztliche und pflegerische Kontakte
  • Adressen möglicher kommunaler Anlaufstellen
  • Ersatzschlüssel
  • eine kleine Papierkarte der Umgebung

Speichere wichtige Informationen nicht ausschließlich auf dem Smartphone. Eine ausgedruckte Kontaktliste funktioniert auch bei leerem Akku.

Nachbarschaftshilfe ist ebenfalls Teil der Vorsorge. Kläre, wer möglicherweise Unterstützung benötigt und wer über hilfreiche Kenntnisse oder Ausrüstung verfügt. Es geht dabei nicht darum, private Vorräte öffentlich aufzulisten, sondern verlässliche Kontakte aufzubauen.

Notstromversorgung richtig planen

Nicht jeder Haushalt benötigt eine große Notstromlösung. Die Verbraucherzentralen weisen darauf hin, dass umfangreiche Vorräte oder teure Notstromsysteme für private Haushalte in der Regel nicht erforderlich sind. Entscheidend ist dein tatsächlicher Bedarf.

Powerbank

Eine Powerbank eignet sich vor allem für:

  • Smartphones
  • kleine USB-Leuchten
  • bestimmte Radios
  • andere sparsame USB-Geräte

Sie ist günstig, leicht zu verwenden und für viele Haushalte der sinnvollste Einstieg.

Powerstation

Eine Powerstation ist ein größerer Akkuspeicher mit USB- und häufig auch 230-Volt-Anschlüssen. Sie kann ausgewählte Geräte zeitweise versorgen. Wie lange sie durchhält, hängt von ihrer nutzbaren Kapazität und der Leistungsaufnahme der angeschlossenen Geräte ab.

Vor dem Kauf solltest du deshalb klären:

  1. Welche Geräte müssen wirklich betrieben werden?
  2. Wie viele Watt benötigen sie während des Betriebs?
  3. Gibt es einen erhöhten Anlaufstrom?
  4. Wie viele Stunden sollen sie laufen?
  5. Wie lässt sich die Powerstation wieder aufladen?

Für elektrische Heizgeräte, Kochplatten, Wasserkocher oder Durchlauferhitzer reichen kleine Powerstations normalerweise nicht sinnvoll aus. Diese Geräte verbrauchen in kurzer Zeit sehr viel Energie.

Auch eine Solarlademöglichkeit ist keine Garantie für eine dauerhafte Versorgung. Der tatsächliche Ertrag hängt von Wetter, Jahreszeit, Ausrichtung und Größe des Solarmoduls ab.

Notstromaggregat

Ein Notstromaggregat kann mehr Energie bereitstellen, bringt aber erhebliche Anforderungen mit sich:

  • Abgase und Kohlenmonoxid
  • Lärm
  • sichere Lagerung des Kraftstoffs
  • regelmäßige Wartung und Probeläufe
  • Schutz vor Nässe
  • ausreichender Abstand zu Fenstern und Türen
  • sichere elektrische Anschlüsse

Ein Aggregat darf niemals in Innenräumen, Kellern, Garagen oder direkt an Fenstern betrieben werden. Geräte dürfen nur entsprechend den Herstellerangaben angeschlossen werden.

Eine Einspeisung in die feste Hausinstallation benötigt eine fachgerecht geplante Umschalteinrichtung, die das Gebäude sicher vom öffentlichen Netz trennt. Improvisierte Einspeisungen über Steckdosen sind gefährlich. Wenn du eine solche Lösung erwägst, muss sie von einem Elektrofachbetrieb geplant und installiert werden.

Photovoltaikanlage und Hausspeicher

Eine normale Photovoltaikanlage liefert bei einem Netzausfall nicht automatisch weiter Strom. Viele Anlagen schalten sich aus Sicherheitsgründen ab. Eine Versorgung während des Stromausfalls ist nur möglich, wenn das System ausdrücklich über eine geeignete Ersatzstrom- oder Notstromfunktion verfügt.

Prüfe daher die Unterlagen deiner Anlage oder frage den Fachbetrieb. Begriffe wie „Speicher“, „Notstrom“, „Ersatzstrom“ und „Inselfähigkeit“ bezeichnen nicht immer dieselbe Funktion.

Blackout-Vorsorge für Wohnung und Haus

Die passende Vorbereitung hängt stark von der Wohnsituation ab.

BereichWohnungEinfamilienhaus
WasserversorgungIn oberen Etagen eventuell von Pumpen abhängigKann von Hauswasserwerk oder Brunnenpumpe abhängen
HeizungHäufig keine eigene alternative WärmequelleKamin oder Ofen eventuell vorhanden
KochenAußenbereich oft eingeschränktGarten oder geeigneter Außenbereich eher vorhanden
NotstromaggregatMeist ungeeignetUnter sicheren Bedingungen eventuell möglich
LagerplatzVorrat kompakt und rotierend planenHäufig mehr Lagerraum vorhanden
ZugangAufzug und elektrische Haustür beachtenGaragentor, Hoftor und Rollläden prüfen
PhotovoltaikMeist keine eigene AnlageErsatzstromfähige Anlage eventuell planbar

Auch innerhalb derselben Gebäudeart gibt es große Unterschiede. Eine pauschale Einkaufsliste kann die individuelle Prüfung deshalb nicht ersetzen.

Dein persönlicher Stromausfall-Notfallplan

Ausrüstung hilft nur, wenn alle Beteiligten wissen, wo sie liegt und wie sie verwendet wird.

Ein einfacher Haushaltsplan sollte festhalten:

  • Wo befinden sich Taschenlampen, Radio und Batterien?
  • Wer kümmert sich um Kinder, ältere Personen oder Haustiere?
  • Wie erreichen sich Familienmitglieder?
  • Wo ist der vereinbarte Treffpunkt?
  • Welche Geräte haben bei der Stromversorgung Priorität?
  • Welche Medikamente oder Hilfsmittel werden benötigt?
  • Wie lassen sich Türen, Garage und Rollläden manuell bedienen?
  • Wo befinden sich Sicherungskasten und Hauptwasserhahn?
  • Welche Telefonnummer hat der örtliche Netzbetreiber?
  • Welche Nachbarn benötigen möglicherweise Hilfe?

Bewahre den Plan ausgedruckt an einem bekannten Ort auf. Alle erwachsenen Haushaltsmitglieder sollten ihn kennen.

Kinder benötigen einfache, altersgerechte Anweisungen. Dazu kann gehören, bei Dunkelheit an einem festgelegten Ort zu bleiben, keine Kerzen anzuzünden und nur bekannte Erwachsene zu kontaktieren.

Vorräte und Geräte regelmäßig prüfen

Blackout-Vorsorge ist keine einmalige Einkaufsaktion. Vorräte können ablaufen, Akkus entladen sich und technische Geräte funktionieren möglicherweise nicht mehr wie erwartet.

Ein kurzer Check zweimal im Jahr ist für viele Haushalte praktikabel:

  • Lebensmittel nach Haltbarkeit sortieren
  • verbrauchte Produkte ersetzen
  • Trinkwasservorrat kontrollieren
  • persönliche Medikamente prüfen
  • Powerbanks und Akkus laden
  • Taschenlampen und Radio testen
  • Ersatzbatterien kontrollieren
  • Kontaktdaten aktualisieren
  • Veränderungen im Haushalt berücksichtigen
  • Bedienungsanleitungen griffbereit halten

Verwende Vorräte nach dem Rotationsprinzip: zuerst verbrauchen, was am frühesten abläuft, und anschließend nachkaufen. So bleibt der Vorrat aktuell und verursacht weniger unnötige Kosten.

Häufige Fragen zur Blackout-Vorsorge

Wie wahrscheinlich ist ein Blackout in Deutschland?

Ein flächendeckender und unkontrollierter Zusammenbruch der Stromversorgung gilt laut Bundesnetzagentur als äußerst unwahrscheinlich. Lokale oder regionale Stromausfälle können dagegen beispielsweise durch Unwetter, Bauarbeiten oder technische Schäden entstehen. Vorsorge ist daher sinnvoll, ohne das Risiko dramatisieren zu müssen.

Wie lange sollte ein Haushalt vorsorgen?

Das BBK empfiehlt, sich möglichst zehn Tage selbst versorgen zu können. Schon ein Vorrat für mindestens drei Tage hilft jedoch erheblich und kann schrittweise erweitert werden. Beginne mit den wichtigsten Dingen, statt die Vorbereitung wegen Platz oder Kosten vollständig aufzuschieben.

Was braucht man bei einem Blackout wirklich?

Priorität haben Wasser, geeignete Lebensmittel, Licht, Wärme, Medikamente, Hygiene, Informationen und ein einfacher Haushaltsplan. Welche zusätzliche Technik sinnvoll ist, hängt von Wohnsituation und persönlichen Abhängigkeiten ab.

Funktioniert die Heizung bei einem Stromausfall?

Viele Heizungen benötigen Strom für Steuerung, Zündung, Pumpen oder Fördersysteme. Das gilt auch dann, wenn Gas, Öl, Pellets oder eine Wärmepumpe als Energiequelle dienen. Ob deine Anlage eingeschränkt weiterlaufen kann, sollte ein Fachbetrieb klären.

Lohnt sich eine Powerstation?

Eine Powerstation kann sinnvoll sein, wenn du konkrete Geräte für eine bestimmte Zeit versorgen möchtest. Vor dem Kauf solltest du Leistungsaufnahme und gewünschte Laufzeit berechnen. Für Heizgeräte oder elektrisches Kochen sind kleine Geräte meistens ungeeignet.

Darf ich einen Campingkocher in der Wohnung verwenden?

Das hängt von der ausdrücklichen Zulassung und den Herstellerangaben des jeweiligen Geräts ab. Viele Campingkocher sind nur für den Außenbereich bestimmt. Holzkohle- und Gasgrills dürfen niemals in geschlossenen Räumen betrieben werden. Nutze im Zweifel Lebensmittel, die nicht erhitzt werden müssen.

Was sollte ich tun, wenn der Strom bereits ausgefallen ist?

Prüfe zunächst, ob nur dein Haushalt oder auch die Umgebung betroffen ist. Schalte empfindliche beziehungsweise gefährliche Geräte aus und informiere dich über die Störung. Eine vollständige Schritt-für-Schritt-Anleitung findest du im Artikel „Stromausfall: Was tun?“.

Fazit: Gute Blackout-Vorsorge beginnt mit den eigenen Abhängigkeiten

Du musst dein Zuhause nicht vollständig autark machen. Für die meisten Haushalte ist es sinnvoller, zuerst die grundlegenden Abhängigkeiten zu prüfen und die wichtigsten Bereiche schrittweise abzusichern.

Beginne mit:

  1. Wasser und geeigneten Lebensmitteln
  2. zuverlässigem Licht
  3. einer Möglichkeit, Informationen zu empfangen
  4. Wärme, Kleidung und Decken
  5. Medikamenten und Hygiene
  6. einem schriftlichen Haushaltsplan

Erst danach solltest du entscheiden, ob zusätzliche Technik wie eine größere Powerstation oder eine fachgerecht installierte Notstromversorgung wirklich notwendig ist.

Damit wird Blackout-Vorsorge weder zu einem teuren Hobby noch zum Grund für Angst. Sie wird zu dem, was sie sein sollte: eine praktische Absicherung für Situationen, in denen der gewohnte Alltag vorübergehend nicht funktioniert. Für eine breitere Vorbereitung auf weitere Alltagstörungen findest du ergänzende Schritte im umfassenden Krisenvorsorge-Leitfaden.

Quellen und weiterführende Informationen

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